Rivalität von Geschwistern

Die Geburt eines neuen Geschwisterkindes ist für viele Kinder zunächst eine schwierige und ungewohnte Situation. Schlagartig steht das Erstgeborene nicht mehr im Mittelpunkt der Eltern, denn diese widmen einen großen Teil Ihrer Zeit dem Neugeborenen. Diese veränderten Familienverhältnisse können viele Kinder verunsichern. Ihr Selbstwertgefühl wurde bisher aus der Bewunderung und exklusiven Zuwendung der Eltern und des Umfeldes gespeist, jetzt müssen sie lernen die Aufmerksamkeit der Eltern zu teilen. Ein Prozess der natürlichen Rivalität zwischen den Geschwistern wird in Gang gesetzt. Bis zu einem gewissen Grad gehört Rivalität zum Leben von Geschwistern, weshalb Eltern diese nicht immer beeinflussen oder gar unterdrücken sollten. Jedoch ist es wichtig Regeln des Miteinanders innerhalb der Familie aufzustellen und die Beziehung zwischen Geschwistern durch ein positives Vorbildverhalten der Eltern zu beeinflussen:
  • Durch das Vermitteln von Vorfreude auf die Ankunft des Neugeborenen und das Herausstellen der wichtigen Rolle des großen Bruders/der großen Schwester, kann positiv auf die Einstellung des erstgeborenen Kindes eingewirkt werden. Dadurch wird die Geburt des Neugeborenen mit positiven Assoziationen verbunden und möglichen Konflikten kann vorgebeugt werden.
  • Nicht nur Eltern, sondern auch Geschwister benötigen Zeit sich an die neue Situation zu gewöhnen. Ausreichend Zeit, um die familiäre Veränderung zu verarbeiten ist wichtig, um Überforderung in dieser neuen Rolle zu vermeiden.
  • Durch z.B. Extra-Aktivitäten mit einem der Elternteile, kann dem erstgeborenen Kind abhandengekommene Aufmerksamkeit zurückgegeben werden, wodurch die Bildung von Eifersucht verringert wird.
  • Um die aufkommende Rivalität zwischen den Geschwistern nicht noch zu verstärken, sollten die erbrachten Leistungen der Kinder nicht miteinander verglichen werden. Oft ist eines der Kinder begabter und bekommt dadurch einen Überschuss an Aufmerksamkeit, was das Verhältnis der Geschwister negativ beeinflussen kann.
Geschwisterrivalität ist gerade kurz nach der Geburt eines neuen Kindes in sehr vielen Familien zu beobachten, auch Streit unter Geschwistern kommt im Verlauf der Kindheit immer wieder vor und ist nicht außergewöhnlich. In manchen Fällen kann Rivalität unter Geschwistern aber problematisch werden bzw. eine emotionale Störung als Folge haben. Dies kann der Fall sein, wenn Eifersucht und Neid besonders lange andauern, mit weiteren psychosozialen Problemen einhergehen und/oder die Geschwister eine negative Einstellung zueinander bekommen. Ausprägungen hierfür können u.a. körperliche Verletzungen, keinerlei positive Reaktion gegenüber dem anderen oder auch vermehrt unglückliches oder ängstliches Verhalten sein. Auch Schlafstörungen oder der soziale Rückzug innerhalb der Familie sind mögliche Folgen. Extreme Fälle von Geschwisterrivalität können nicht nur die Stimmung innerhalb der Familie trüben, sondern auch die Beziehungen zwischen den Geschwistern, sowie zu den Eltern langfristig belasten. In diesen Fällen sollte professionelle Hilfe, beispielsweise in Form eines Familientherapeuten, in Betracht gezogen werden, um nach den genauen Ursachen zu suchen und verschiedene Lösungsansätze aufzuzeigen.

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